Agentur für User-Centered Design
Unter dem Begriff «Usability» versteht man die Benutzerfreundlichkeit eines Produktes: wie einfach ist es zu bedienen?
Zeix Usability Labor 2001
Usability ist keineswegs ein neuer Begriff, sondern die grundsätzlichen Überlegungen zum Thema existieren bereits seit den 1960er Jahren, als man in Flugzeugcockpits feststellte, dass die Anzahl zu überwachender Instrumente die Piloten zunehmend überforderte.
In der Software-Entwicklung ist Usability zumindest als Schlagwort schon seit Jahrzehnten ein Thema. Der tatsächliche Einbezug der Benutzerinnen und Benutzer wird seit jeher sehr unterschiedlich gehandhabt.
Zu Beginn des Siegeszugs des World Wide Web Mitte der 1990er Jahre schien Usability zunächst wiederum kein Thema zu sein. Es überwog die Euphorie darüber, wie einfach das Web zu bedienen schien im Vergleich zur den vorher textbasierten Schnittstellen. Es wurde jedoch übersehen, dass ein breiter Erfolg von eCommerce voraussetzt, dass auch die Bevölkerung jenseits der Universitäten die neuen Applikationen bedienen kann.
Diese Wahrnehmung hat sich seitdem fundamental gewandelt, weil viele hochfliegende eCommerce-Pläne nicht zuletzt daran gescheitert sein dürften, dass die Anwendungen nur von Internet-Profis bedient werden konnten.
Im Umfeld der Entwicklung von Web-Applikation wird der Begriff Usability heute viel angeführt: In jedem Projekt steht er zumindest in der Ausschreibung und in den Präsentationen der Agenturen. Diese Entwicklung ist zu begrüssen, jedoch ist längst nicht überall, wo Usability draufsteht, auch wirklich ausreichend viel Usability drin.
Zur Vielzahl der – etablierten – Usability-Methoden zählt auch der Expert Review. Diese Methode eignet sich gut für eine erste Einschätzung, jedoch kann sie allein in einem Entwicklungsprojekt nicht zu den gleichen Ergebnissen führen wie ein umfassender Einsatz des gesamten Methodenspektrums, vor allem von solchen unter Einsatz des Users. (User-Centered Design, Usability-Tests etc).
User richtet WLAN-Verbindung für
Notebook ein
Die Kenntnis etablierter Regeln für Interaktionssysteme ist nicht genug. Laufende Technologie- und Marktveränderungen fordern stetig mehr Verständnis und Bedienkompetenz vom Online-Kunden und so auch vom Usability-Experten.
Zudem ist gute User Experience immer kontextabhängig: wird die Anwendung z.B. von vielen Usern selten gebraucht oder von wenigen Usern sehr häufig? Besitzen alle User ähnliche Vorkenntnisse, z.B. sprechen in der gleichen Terminologie?
Gute Usability braucht deshalb die laufende Erforschung von Usern und ihrem web- und produktspezifischen Verhalten und Verständnis; gemessen am jeweiligen Marktumfeld, das die «mentalen Modelle» der User/Kunden massgeblich mit bestimmt.
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